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Buchempfehlung: Stephen Kelman, Pigeon English

Der 11-jährige Harry kommt aus Ghana und lebt nun in London. Dort wird ein Nachbarsjunge erstochen aufgefunden, und Harry beginnt nun mit eigenen Ermittlungen. Allerdings gerät er gleichzeitig in die schlechte Gesellschaft älterer Mitschüler. Aber das Gute in ihm behält doch die Oberhand, und wenn etwas nicht richtig gelaufen ist, bestraft er sich selbst, z. B. indem er seine Lieblingsjacke wegwirft.

Kelman schreibt überzeugend aus der Sicht eines 11-jährigen Jungen aus Ghana. Seine Gedankengänge sind naturgemäß sehr kindlich, und bei seinen Ermittlungen orientiert er sich an dem, was er im Fernsehen gelernt hat. Aber manches macht auch nachdenklich. Da sein Vater noch in Ghana ist, fühlt er sich verantwortlich, die Familie zu schützen. Falls aber jemand in die Wohnung eindringt, sollte man sich mit einer Gabel und nicht mit einem Messer verteidigen – weil es sonst möglicherweise nicht mehr als Notwehr angesehen wird, gerade wenn man Einwanderer ist.

Ein hervorragend geschriebenes Buch, dass dem Leser die Probleme von Menschen am Rande der Gesellschaft nahebringt.

Ich habe die englische Originalversion gelesen, die deutsche Übersetzung bekam im Internet aber ebenfalls sehr gute Kritiken.