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Auf dieser Seite veröffentliche ich Fotos und Texte, aber auch Hinweise auf Fundstücke aus dem Internet. Außerdem finden sich hier mein Lebenslauf und eine Liste meiner Veröffentlichungen.

Mehr Lokführerstreiks als bisher bekannt

Wie aus Zeitungsberichten hervorgeht, gab es in letzter Zeit offenbar mehr Lokführerstreiks als bisher bekannt. So berichteten Eine Zeitung in einem Artikel vom 02.09.2014 und der Postillon in einem Artikel vom 06.09.2014, dass mehrstündige Lokführerstreiks von den Reisenden gar nicht bemerkt wurden. In Einzelfällen sollen Verspätungen sogar geringer ausgefallen sein als üblich. Daher sieht Bahnchef Grube weiteren Streiks gelassen entgegen.

Buchempfehlung: Paolo Giordano, Die Einsamkeit der Primzahlen

Alice verunglückt im Alter von sechs Jahren beim Skifahren und und trägt ein steifes Bein davon. Und Mattia soll inm selben Alter seine behinderte Zwillingsschwester mit zu einer Party nehmen, lässt sie aber im Park allein und verursacht so ihren Tod. In der Pubertät lernen sich Alice und Mattia kennen und scheinen wie füreinander geschaffen zu sein. Alice wird Fotografin, Mattia Mathematiker, und beide begegnen sich immer wieder in ihrem Leben.

Aber sie sind wie Primzahlzwillinge, zwei aufeinanderfolgende Primzahlen, die nur noch durch eine gerade Zahl voneinander getrennt sind. Sie sind "allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können."

Ein großartig geschriebenes Buch. Mit nur 26 Jahren hat der Autor ein erstklassiges Romandebüt vorgelegt.

Blaue Straßen in Colorado

In einem Artikel vom 05.09.2014 berichtete die FAZ über einen Werbegag von Budweiser: Die Straßen in der Ortsmitte von Crested Butte, Colorado, wurden vorübergehend blau gefärbt, um mit 1000 eigens dafür eingeflogenen Jugendliche einen Partymarathon zu veranstalten und einen Werbespot zu drehen. Anwohner durften nur noch mit einem speziellen Armbändchen in die Innenstadt.

Vielleicht eine gute Idee, um Innenstädte bunter zu gestalten und gleichzeitig die klammen Kassen der Kommunen aufzufüllen? In manche Innenstädte verirren sich ohnehin keine Anwohner mehr.

Der ganze Artikel: http://www.faz.net/-gqi-7tl07

Vorname Harriet in Island verboten

In einem Artikel vom 13.08.2014 berichtete die FAZ über die Auswirkungen des isländischen Namensgesetzes von 1996. Weil der Name Harriet nicht auf der Liste der erlaubten 1853 weiblichen Vornamen steht, bekommt die zehnjährige Harriet keinen isländischen Ausweis. Um vor dem Namenskomitee bestehen zu können, benötigt Harriet einen zulässigen isländischen Zweitnamen, der sich an Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ anpassen lässt. Andernfalls würde sie in offiziellen Dokumenten nur "Mädchen" genannt werden.

Der ganze Artikel: http://www.faz.net/-gum-7soye

Buchempfehlung: Erich Hackl, Abschied von Sidonie

Sidonie wird 1933 geboren und ausgesetzt. Man sieht dem Findelkind an der dunklen Haut an, dass es ein Roma-Mädchen ist. Eine Arbeiterfamilie nimmt es auf und kümmert sich fürsorglich um das Kind. Aber dann kommt eines Tages die Entscheidung der Behörden, dass es das Beste ist, wenn das Kind seiner zwischenzeitlich gefundenen leiblichen Mutter zugeführt wird. Zwangsweise wird Sidonie im Alter von 10 Jahren von ihren Pflegeeltern getrennt. Kurze Zeit später wird sie zusammen mit anderen Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie traumatisiert Schlafen und Nahrungsaufnahme verweigert und schließlich stirbt.

Die Erzählung beruht auf einem historischen Fall, den Hackl recherchiert hat. Das Buch ist bereits 1989 erschienen, und kurz danach bin ich zum ersten Mal darauf gestoßen. Mittlerweile, 2014, habe ich es zum dritten Mal gelesen.

Das Buch führt einem vor Augen, dass viele handelnde Personen ohne Gefahr für Ihr eigenes Leben nur ein klein wenig anders hätten handeln müssen, um Sidonie vor ihrem Schicksal zu bewahren. Statt die Einschätzung abzugeben, es sei das Beste, das Kind der leiblichen Mutter zuzuführen, hätte man auch die gegenteilige Auffassung vertreten und Sidonie damit retten können. Und tatsächlich gab es ein anderes Kind, bei dem Mitmenschen mit etwas mehr Courage genau das ermöglicht haben.

Auch lange Zeit nach dem Krieg wollte man von Sidonies Geschichte nichts wissen. Eine Gedenktafel wurde bis in die Achtziger Jahre abgelehnt – man möge die alten Geschichten doch ruhen lassen.

Mehr Informationen zu diesem Buch bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Abschied_von_Sidonie

1234 ist die beliebteste PIN

In einem Artikel vom 09.08.2014 berichtete die FAZ über eine amerikanische Studie zur Verteilung der verschiedenen Geheimnummern. Erschreckend ist, dass mehr als jeder Zehnte als vierstellige PIN die Ziffernfolge 1234 wählt. Es reicht für einen Hacker, die fünf häufigsten Kombinationen auszuprobieren, um bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 % die richtige zu erwischen. Und da sehr gerne Jahreszahlen verwendet werden, kann er seine Trefferwahrscheinlichkeit noch einmal erhöhen, indem er das geschätzte Geburtsjahr des Inhabers der Geheimzahl verwendet.

Bei den fünfstelligen Geheimnummern wird die Folge 12345 sogar von jedem Fünften gewählt. Anders sieht es dagegen bei den siebenstelligen Nummern aus. Nur jeder Dreißigste wählt diese Kombination. Das liegt nach Vermutung des Autors daran, dass man bei siebenstelligen Nummern gerne seine Telefonnummer verwendet, die in den USA, wo die Untersuchung durchgeführt wurde, eben in der Regel siebenstellig ist.

Der ganze Artikel: http://www.faz.net/-gx7-7sil8

Buchempfehlung: Len Fisher, The Perfect Swarm: The Science of Complexity in Everyday Life

Warum findet ein Bienenschwarm sein Ziel, wenn die Bienen, die vorneweg fliegen, gar nicht die Richtung kennen? Und wie finden Ameisen den kürzesten Weg zu einer Nahrungsquelle? Wenn man im Notfall ein Gebäude verlassen muss, sollte man lieber der Menge folgen oder lieber seinen eigenen Weg suchen? Sollte man bei einem Quiz lieber das Publikum befragen oder den Telefonjoker ziehen? Und warum findet manchmal nur derjenige die richtige Antwort, der die wenigsten Informationen hat? Warum kann man gefälschte Zahlen erkennen, wenn man die Ziffern zählt? Und warum lässt sich in einem Zusammentreffen von sechs Personen immer mindestens eine Gruppe von drei Personen bilden, die sich entweder alle kennen oder alle nicht kennen?

Das Buch zeigt, wie wir vom Schwarm lernen und Komplexität mit einfachen Regeln beherrschen können. Es ist verständlich geschrieben und hilft, das Zusammenspiel in größeren Gruppen besser zu verstehen. Ein sehr interessantes Buch!

Fotos 2014


Mein Schiff (2014)



Am Alnes-Leuchtturm (2014)